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Zurück in Deutschland

Autor: Melle | Datum: 23 August 2014, 19:23 | Kommentare deaktiviert

WIe viele vielleicht schon mitbekommen haben, bin ich wieder zurück in Deutschland. Natürlich ist alles anders. Meine EIndrücke hier: Ich bin zurück. Zurück in Deutschland, zurück in der Kälte, zurück in meiner ersten Heimat. Ich bin auf der einen Seite echt froh wieder da zu sein. Ich kann wieder köstliche Sachen essen, kann wieder Auto fahren, kann wieder unbemerkt durch mein Dorf gehen und kann meine Familie und Freunde wieder in Arm nehmen. Aber auf der anderen Seite vermisse ich Ghana auch. Es ist alles so weiß hier, so ruhig. Es sind wenige Menschen auf den Straßen und es läuft keine Musik. Ich empfinde mein Zimmer und mein zuhause als gleichzeitig alt und neu. Ich fühle mich fremd in meinem zuhause. Aber es wird jeden Tag besser. Ich gewöhne mich wieder an den Standard, den man hier in Deutschland hat. Ich besuche und überrasche Freunde und erlebe aber alles gleichzeitig als Traum. Kann es noch gar nicht als Realität sehen, dass ich meine Familie und Freunde wieder im Arm halten kann. Vor ein paar Tagen war ich noch in Ghana, bin in kurzen Sachen durch Ho gelaufen, hab die letzten Sachen besorgt und Freunden Tschüss gesagt. Und jetzt bin ich in der Kälte Deutschlands und sag meinen Freunden Hallo. Es fühlt sich aber gar nicht wie ein Jahr an, dass ich weg war. Eher wie ein Urlaub. Das Jahr ging auch sehr, sehr schnell vorbei. Mir kommt es gar nicht wie ein Jahr vor. Aber es war ein unbeschreiblich schönes Jahr. Ich vermisse Ghana auch schon. Die Wärme und die Herzlichkeit und Freundlichkeit der Menschen. Aber ich genieße auch Deutschland. Das Essen vor allem. Ich bin noch in einer Zwischenwelt und versuche mich zu Recht zu finden. Es ist teilweise echt sehr schwer und ich nehme meine Umgebung auch ganz anders war. Das Straßenbild ist ganz anders. Es ist alles moderner und sauberer. Aber ich vermisse die Menschen auf den Straßen. Die Musik in meinen Ohren. Die Ausgelassenheit der Menschen. Jetzt lasse ich die weiteren Wochen auf mich wirken, werde bei meinem Rückkehrerseminar über mein Jahr reflexieren und freue mich schon die anderen Freiwilligen meiner Organisation wieder zusehen und auf den Austausch. Ich bin sehr gespannt, was wir alles zu erzählen haben!

 

Meine letzten Wochen

Autor: Melle | Datum: 23 August 2014, 19:22 | Kommentare deaktiviert

Und jetzt will ich euch etwas von meinen letzten Wochen in Ghana berichten. Letzte Wochen Jetzt ist es schon August. Es bleiben nicht mehr viele Tage und ich werde wieder nach Deutschland zurück fliegen. Das Gefühl ist echt komisch. Mein Kopf weiß es, aber trotzdem fühlt es sich irreal an. Ich kann mir einfach nicht vorstellen aus meinem Leben hier rausgerissen zu werden und wieder ein neues Leben anzufangen. Trotzdem freue ich mich auf Deutschland. In meinem Jahr habe ich viel über meine Heimat gelernt und auch schätzen gelernt. Hier in Ghana bin ich sehr viel rumgereist und habe dabei feststellen müssen, dass ich Ghana besser kenne als Deutschland. Und das will ich unbedingt ändern. Ich will Deutschland besser kennen lernen. Und das Essen hat gefehlt. Wir in Deutschland können echt glücklich darüber sein, was wir alles zu essen haben. Mir hat Milch, Käse, Volkkornbrot, Joghurt etc. richtig gefehlt. Trotzdem bin ich auch traurig zu gehen, alles hinter mir zu lassen und nicht zu wissen, wann ich wieder zurück komme. Aber ich weiß, dass ich zurück kommen werde. Mir wird auch viel fehlen. Zum Beispiel die Menschen. Die Herzlichkeit der Menschen, die Offenheit. Ich habe mich oft immer willkommen gefühlt und auch aufgenommen, obwohl mich Menschen nicht gekannt haben. Ein Beispiel: Als wir eine Freundin besucht haben, die in einem Krankenhaus arbeitet, durften Sara und ich bei einer Ärztin im Haus schlafen, obwohl sie nicht da war. Das hätte nie jemand in Deutschland gemacht. Die Ärztin kannte uns gar nicht. Und diese Gastfreundschaft fand ich echt enorm. Allerdings gibt es da auch eine Sache, an die ich mich nie gewöhnen werde. Die Tatsache, dass die Menschen immer „Weiße, Weiße“ rufen müssen. Auch nach diesem Jahr empfinde ich es als anstrengend und sogar immer noch eine Art von Diskriminierung. Ich fühle mich hier in Ho sehr wohl und auch irgendwie dazugehörig, aber ich werde mich nie komplett dazugehörig fühlen können, weil die Ghanaer mich immer daran erinnern, dass ich weiß bin und somit anders als sie. Manche denken sogar wir wären besser als sie. Und es ist sehr schwer für mich mit diesen Rufen oder auch teilweise Bemerkungen, die da mitklingen, umzugehen. Ich weiß, dass die Rufe nie böse gemeint sind, aber ich fühle mich eben nicht wohl dabei. Ich weiß auch, dass andere Freiwillige damit kein Problem haben. Aber ich bin mehr als nur weiß. Ich habe eine Persönlichkeit, einen Namen. Wenn ich Ghanaern begegnet bin, die mich nicht kennen, dann war es noch ok, dass sie mich Weiße nennen. Ich war zwar genervt, aber es war ok. Wenn ich allerdings Ghanaern begegnet bin, die mich kennen und die auch meinen Namen wissen, da wurde ich echt sauer. Ich finde es dann auch respektlos, wenn sie mich so nennen. Mir ist bewusst, dass dieses Thema ein sehr schwieriges und viel zu diskutierendes Thema ist. Und ich will noch einmal hervorheben, dass das MEINE Eindrücke sind und MEINE Empfindungen. Jeder empfindet es anders. Insgesamt werde ich Ghana sehr vermissen. Es ist ein Teil von mir geworden. Ich habe hier gelebt, gearbeitet und viel gesehen. Ich merke jetzt schon, wie sehr mir meine Kids aus meiner Klasse fehlen und ich bin echt untröstlich, dass ich sie nicht mehr sehen werde. Ich bin gleichzeitig aber auch sehr gespannt auf ihre Entwicklung in den nächsten Jahren. Wenn ich zurück komme, dann will ich sie alle besuchen. Aber ich fühle mich auch jetzt dazu bereit etwas Neues anzufangen und wieder einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Ich weiß, dass Ghana mich hat reifen lassen und mich auch verändert hat. Wie sehr, dass werde ich wohl erst in Deutschland richtig merken. Ich freue mich aber sehr auf das Studium. Die letzten Tage heißt es jetzt noch packen, den letzten Freunden/Bekannten Tschüss sagen, die restlichen Sachen einkaufen und dann geht es zurück nach Deutschland. Ich glaube auch, dass mir erst in Deutschland bewusst wird, dass das Jahr jetzt zu Ende ist. Aber es war gutes, prägendes und erfahrungsreiches Jahr.

 

Abschied von meiner Klasse

Autor: Melle | Datum: 23 August 2014, 19:17 | Kommentare deaktiviert

Leider gab es Probleme mit unseren Blogs und ich konnte keine weiteren Beiträge hochladen, aber das hat sich jetzt geändert. Ich bin wieder zurück in Deutschland, aber will euch trotzdem berichten, wie ich den Abschied mit meinen Schülern verbracht habe. Viel SPaß! Abschied Schüler Am Mittwoch habe ich dann den Abschied für meine Schule und meine Schüler gemacht. Meine Schüler haben ein Gruppenbild mit einem individuellen Spruch bekommen und Pfannkuchen. Sara und ich sind morgens um 5 Uhr aufgestanden und haben Pfannkuchen gebacken. 80 Stück in 2 1/2 Stunden. Morgens nach der Assembly habe ich dann meiner Schule ein Geschenk überreicht. Alle haben mich mit großem Applaus empfangen und ich habe ein paar liebe Worte an sie gerichtet, dass ich eine unglaublich schöne Zeit hatte und mich sehr geehrt fühle, dass ich auf die Schule gekommen bin. Die Schule hat Springseile und neue Fußbälle von mir bekommen. Alle haben sich sehr gefreut und lauthals gefeiert. Danach habe ich meinen Schülern die Geschenke überreicht. Alle haben sich auch hier herzlich bedankt und natürlich wurde sofort verglichen, was hinten drauf steht. Die Pfannkuchen haben alle sehr komisch angeguckt und haben auch teilweise Angst gehabt abzubeißen. Alle haben es dann aber probiert. Da einige noch nie Pfannkuchen gegessen haben, war es ein ganz neues Erlebnis für sie. Bei einigen habe ich gesehen, dass sie es echt mochten und auch gerne gegessen haben und bei anderen war es dann aber eher ein skeptischer Blick. Ich war auch nicht böse drum, wenn sie es nicht mochten. Ich wollte ihnen einfach nur mal Pfannkuchen zeigen und ihnen ein neues Geschmackserlebnis eröffnen. So und danach wurde getanzt! Ich hatte meinen Laptop und Musik mitgebracht um ein bisschen Spaß zu haben und ausgelassen zu sein. Zuerst habe ich einen Tanzwettbewerb gemacht. Es wurde in zweier Paaren getanzt und die Zuschauer sollten dann wählen, wer am besten getanzt hat. Die Schüler hatten ihren Spaß. Sie haben geschrien, geklatscht, angefeuert, gestaunt und gelacht. Es war eine wirklich sehr, sehr schöne Atmosphäre. Total harmonisch und ausgelassen. Ich war in diesem Moment so richtig glücklich und wollte nicht, dass dieses Jahr endet. Aber am nächsten Tag sollte dann auch der letzte Tag sein. Nach dem Tanzwettbewerb haben wir alle getanzt. Ja, auch ich. Ich habe mit Keren getanzt und mit den Mädchen aus meiner Klasse. In den letzten zwei Wochen habe ich gemerkt wie sich das Verhältnis zu meinen Schülern nochmal verändert hat. Es ist mehr von der Lehrer-Schüler Beziehung zu einer freundschaftlichen Beziehung geworden. Ich hab mich mehr mit den Schülern in den Pausen unterhalten, hab mit ihnen gespielt und auch eben mit ihnen getanzt. Ich hab mich so wohl gefühlt und hab am Ende alle nochmal ganz, ganz dolle lieb gewonnen und ganz tief in mein Herz geschlossen. Und gerade deswegen wurde es immer schwerer für mich zu gehen. Ich saß am Mittwochabend zu Hause und dachte mir: Es kann einfach noch nicht zu Ende sein. Diese Woche ist so super und dann muss es zu Ende sein. Ich konnte es auch nicht realisieren, dass morgen der letzte Tag sein sollte, dass ich gehe und mich verabschieden muss. Ich muss Tschüss sagen und weiß nicht, wann ich sie wiedersehe! Aber eins steht für mich schon lange fest. Ich werde wiederkommen und meine Schüler besuchen. Ich bin jetzt schon so gespannt, was dann aus ihnen geworden ist. Letzter Schultag Und so kam der Donnerstag. Der heutige Tag. Ich bin mit gemischten Gefühlen in die Schule gegangen. Es hat sich wie immer angefühlt, aber dennoch wusste ich, dass es das letzte Mal ist, das ich die Schule betrete, zumindest für meinen Freiwilligendienst. Heute war der letzte Schultag, also war eigentlich nicht mehr viel los. Es wurde gespielt und geredet. Alles war ziemlich ausgelassen. Nach der morgendlichen Assembly wurden die Tischbänke zu einem Kreis zusammen gestellt, das mitgebrachte Essen wurde herausgeholt und wir haben alle zusammen gegessen. Lässt sich mit frühstücken in der Schule in Deutschland vergleichen. Ich hab zwischenzeitlich noch die Abschlusstabelle geschrieben. Die Kinder bekommen für jeden Term Reportkarten, wo ihre Prozente für jedes Fach ausgeschrieben sind. Meine Klasse hat für alle drei Terms ihre Reportkarte heute bekommen. Dort kann man die Entwicklung der Schüler sehen oder eben auch nicht. Außerdem werden noch die Positionen aufgeschrieben, wie die Schüler in der Klasse stehen. Auf dem unterem Teil der Karte steht noch eine Anmerkung vom Lehrer über die Persönlichkeit und Interessen der Schüler. Es ist also eine Art Zeugnis. Ich habe von dem dritten Term alle Prozente zusammen gerechnet und die Position für jeden Einzelnen eingetragen. Daraus habe ich eine Rangordnung gemacht, die die Schüler auch sehen durften, damit sie sehen können, wie sie in der Klasse stehen. Außerdem habe sie heute auch ihre Reportkarten bekommen. Alle waren deswegen echt aufgeregt. Während des Essens habe ich ein paar Worte an meine Klasse gerichtet. Wie schön meine Zeit mit ihnen war, wie viel wir erlebt haben und was wir alles erlebt haben. Dass ich mich immer an sie erinnern werde und jeder Einzelne von ihnen in meinem Herz bleiben wird. Als ich das gesagt habe, habe ich schon angefangen zu zittern und habe Tränen in den Augen bekommen. Mir wurde so langsam bewusst, dass es heute wirklich vorbei ist. Zwischendurch wurden noch Fotos geschossen, geredet und gekuschelt. Die Mädchen kamen zu mir an und haben mich umarmt und immer wieder habe ich gehört, dass ich nicht gesehen soll und mich alle vermissen werden. Und dann kam der Zeitpunkt des Endes. Bevor alle Schüler gehen durften, wurde noch eine Assembly gehalten. Es wurde gebetet und mitgeteilt, wann alle wieder in die Schule kommen müssen und dann wurde sich von den Lehrern verabschiedet. Hannah kam als erste in meine Arme und hat mich nicht mehr losgelassen. Sie hat plötzlich angefangen zu weinen und auf einmal standen fast alle Mädchen um mich herum und haben geweint. Ich musste alle trösten und musste plötzlich auch anfangen zu weinen. Mir hat es echt das Herz zerrissen, das alle geweint haben. Mir sind auch die Tränen runter gelaufen. Ich kam mit dem Trösten gar nicht mehr hinterher. Am Ende lagen wir uns nur noch gegenseitig in den Armen und haben geweint. Ich habe versprochen, dass ich wieder komme. Und alle sollen mir Briefe schreiben und sich melden. Ich werde auch auf jeden Fall mit der Schule Kontakt halten, Briefe schreiben und auch alle wieder besuchen kommen. Die Jungs waren auch traurig, dass ich gehen muss, aber haben nicht geweint. Dann war es aber an der Zeit zu gehen. Ich konnte auch nicht mehr länger. Ich habe mich noch von allen Lehrern verabschiedet und bin dann mit schwerem Herzen gegangen. Ich hätte nie gedacht, dass es mir so schwer fällt meine Schüler zu verlassen. Ich wusste, dass es nur ein Jahr war und hatte die Einstellung auch. Ich wusste, dass ich Goodbye sagen muss. Aber es ist mir echt verdammt schwer gefallen. Die Woche war nochmal eine wunderbare Woche und hat mir gezeigt, wie wohl ich mich doch in meiner Schule fühle und wie lieb ich alle gewonnen habe. Ich hab jeden meiner Schüler in mein Herz geschlossen. Ich bin wirklich unheimlich glücklich darüber, dass ich eine so wunderbare Klasse und eine so wunderbare Lehrerin das Jahr über hatte. Gerade die Arbeit hat mir mein Jahr so wundervoll gemacht. Ich hatte so viel Spaß mit den Kids. Natürlich gab es auch schlechte Tage und niemand hat gehört und niemand wollte lernen. Aber die guten Tage überwiegen dennoch und ich habe auch gemerkt, dass ich etwas erreichen konnte. Einigen konnte ich nochmal Kraft geben an sich selbst zu glauben und sie haben sich das Jahr über auch weiterentwickelt und sind besser geworden. Gerade dieser Fortschritt befriedigt mich auch innerlich. Dadurch merke ich, dass meine Arbeit nicht umsonst war. Ich habe den Kindern auch viele neue Arten an Spielen, Unterricht und Möglichkeiten eröffnet. Und gleichzeitig habe ich so viel gelernt und die Kinder haben mir so viel gegeben. Freude, Lachen, glücklich sein, Spaß und Zusammenhalt. Ich werde meine Klasse echt unheimlich vermissen. Auch jetzt ist es immer noch so irreal, dass es der letzte Schultag war, dass ich nicht mehr zu Arbeit gehen werde. Mein Jahr ist fast um, meine Arbeit ist getan. Ich habe eine Menge gelernt. Habe eine Fülle neuer Erfahrungen gesammelt und auch viel über mich selber gelernt. Ich danke hier nochmal jedem meiner Schüler und jedem Lehrer für dieses ganze Jahr.

 

Ein kleines Update zum 1.Juli

Autor: Melle | Datum: 01 Juli 2014, 19:22 | Kommentare deaktiviert

Ein kleines Update zu meinem Leben hier in Ghana (weiter)

 

Fußball-WM in Ghana

Autor: Melle | Datum: 01 Juli 2014, 19:20 | Kommentare deaktiviert

Es ist Fußball-WM und ich bin in Ghana. Das ist für mich eine ganz neue Erfahrung. Die Fußball-WM in einem anderen Land zu verbringen. Die Viertelfinalspiele sind auch schon fast durch. Aber ich will euch etwas von meinem Jubel, meinen Emotionen und meinen Erfahrungen während der WM erzählen. 

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